Kennst Du das? Etwas läuft anders als erhofft und Du würdest den Tag am liebsten aus Deinem Kalender streichen?
Mir fiel dazu ein Podcast ein, den ich vor einiger Zeit gehört habe. Das Kernthema: Umgang mit Enttäuschung und negativen Gefühlen.
Zur Verdeutlichung wurde ein klischeehaftes Beispiel aus dem Leben geschildert. Die Story weist Ähnlichkeiten mit der weit verbreiteten Frau-Mann-Comedy auf. Die Auswirkungen des „Pärchen-Dilemmas“ lassen sich ebenso auf andere Lebensbereiche übertragen!
Wo warst Du zuletzt konfrontiert mit Erwartungen, Enttäuschungen und Wut?
Im Bereich Freunde, Familie, Bekannte, Nachbarn, Kollegen…?
Ich bin gespannt, welche Gedanken, Dir dazu kommen!
Die Protagonisten in meiner Erzählung nenne ich Annette und Horst. Das macht die Sache ein bisschen persönlicher.
Aber nun genug des Vorspiels – gehen wir über zum Candle-Light-Dinner!
Also…

… Es waren einmal Annette und Horst!
Annette und Horst waren, anlässlich Ihres Jubiläums, um 19:00 zum Candle-Light-Dinner verabredet. Annette zauberte ein köstliches Drei-Gänge-Menü. Ihr schönstes Kleid hatte sie aus den Tiefen des Kleiderschanks gekramt und trug dazu die schicken roten Pumps. Kerzen standen auf dem Tisch. Im Hintergrund erklang romantische Musik und ein leckeres Kaltgetränk wartete im Kühlschrank.
Es war bereits 19:22 und weit und breit kein Horst zu sehen.
Annette rief ihn besorgt an. „Horsti, wo bleibst Du? Alles o.k. bei Dir?“ Zum Glück war ihm nichts passiert. Wie sich herausstellte, hatte er ihr Date vergessen. Er saß bei seinem Kumpel und tat was!? Fußballgucken. Der Horst!
„Ja…! Sorry, Mausi, ich gehe gleich los! In spätestens 30 Minuten bin ich zuhause.“
Die Vertröstete war leicht angesäuert. Sie verzierte den Nachtisch und stellte das Essen warm, denn in 30 Minuten wollte ihr Horst zuhause sein.
Um 20:33 rief Annette Ihren Mann erneut an. Am Telefon entflammte eine heftige Diskussion. Stinksauer legte sie auf. Sie kochte! Jetzt allerdings kein Essen, sondern vor Wut!
Da sie mittlerweile einen Bärenhunger hatte, füllte sie lieblos etwas von dem mühevoll zubereiteten Menü auf ihren Teller. Das köstliche Essen ging ihr quer runter, weil sie so geladen war. Wutentbrannt, enttäuscht und stinksauer!
Sie verbrachte den Abend mit ihrem Ärger im Bauch! Und Warten!
Irgendwann schlief sie ein mit dem Gedanken: „Boah, dieser Horst!“
Wann und ob Horst in der besagten Nacht nach Hause gekommen ist, überlasse ich Deiner Phantasie!
Genau wie die Antwort auf die Frage, ob er Annette am nächsten Tag einen dicken und sündhaft teuren Blumenstrauß mitgebracht hat, um sie milde zu stimmen!
Aber eines ist wie immer klar: wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!
– THE END –
Und die Moral von der Geschicht?
Welche Gedanken kommen Dir dazu?
Als kleinen Impuls möchte ich Dir mein persönliches Fazit zu dieser Situation mitgeben:
Horst hatte vermutlich einen schönen Abend und viel Spaß.
Annette hatte keinen schönen Abend. Wegen Horst. Sagt sie!
Aber wieso eigentlich wegen Horst??? Er war doch gar nicht zuhause!
„Gerade deswegen ja!“, könnte nun die Stimme der Enttäuschung in uns rebellieren.
Aber mal ehrlich: ist das nicht etwas zu kurz gedacht? Machen wir uns durch solche Gedanken nicht kleiner als wir sind?
Natürlich wünscht sich niemand, versetzt zu werden. Ich würde lügen, wenn ich hier schriebe, dass ich im ersten Moment nicht wütend oder enttäuscht gewesen wäre!
Annettes Reaktion ist völlig nachvollziehbar. Sie hatte sich im Vorfeld Gedanken gemacht, eingekauft, Vorbereitungen getroffen, sich auf den gemeinsamen Abend gefreut… Außerdem: verabredet ist verabredet!
ABER: Hätte Annette sich nicht trotzdem einen unvergesslich schönen Abend bereiten können???
Sie war schick, hatte leckeres Essen, schöne Musik und alle Zeit der Welt.
War es tatsächlich nur Horst, der Annettes Abend versaut hatte???
Statt aktiv die Verantwortung für sich und die Veränderung ihrer Situation zu übernehmen, hat sie es sich in ihrer Opferrolle bequem gemacht. Aus Annettes Sicht war der Horst an allem schuld.
Als Opfer der Umstände hielt sie an ihrem Ärger und ihrer Wut fest, ohne zu merken, wie sie sich damit schadet.
Wenn wir wütend oder enttäuscht sind, schwingen wir energetisch auf einem äußerst niedrigen Niveau.
Negative Gefühle schnüren uns ein und nehmen uns sowohl unsere Offenheit als auch die Leichtigkeit des Lebens. Das erklärt, warum Annette Ihre Alternativen nicht sehen konnte.
Welche Möglichkeiten hätte sie u.a. gehabt?
- Annette hatte ein leckeres Menü gezaubert.
Sie hätte ihre Freundin zu einem Mädels-Abend einladen können.
- Sie war schick.
Annette hätte sich spontan mit Bekannten in der Stadt treffen oder tanzen gehen können.
- Das Wohnzimmer war durchströmt von Kerzenschein und romantischer Musik.
Sie hätte es sich gemütlich machen können. Mit einem Buch, einem Film, einem Glas Wein…
Annette hätte IHREN Abend in vollen Zügen genießen können!
Völlig unabhängig davon, ob Horst sie versetzt hat oder nicht.
Egal, wie herausfordernd das Leben manchmal erscheinen mag:
wir dürfen uns immer wieder daran erinnern, dass wir nie das Opfer der Umstände sein müssen!
Denke immer daran: Du bist frei!
In welcher Lebenslage auch immer: es liegt allein an Dir, was Du aus Deinem Tag machst!
Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, entscheidest Du, ob Du diese essen möchtest oder Dir Limonade daraus machst!
Erlaube Dir, offen zu sein, und nie das kleine großartige Wörtchen ODER zu vergessen!
Du hast immer eine Wahl!

